Der Mensch ist geboren, um zu träumen. Bis zum Ende – weit hinter die Ewigkeit.
Ideale funkeln wie Diamanten –
vom stummen Begehr „Weltmacht“ zur scheinbaren Vollkommenheit geschliffen.
Bis jemand die Erlaubnis beansprucht, seine Werte dem ganzen Erdball zu Füßen zu legen –
und ihn zertritt.
„Gemeinsam“ schreiben sich Nationen auf ihre Fahnen –
und sind bunt wie ein Blumenmeer.
Sie nennen es Politik. Haltung. Rufen triumphierend „Wir“.
Dann überschütten sie den Planeten mit Gewalt.
Hungern nach Gerechtigkeit vereint sich mit blinder Gier,
die den stolzen Namen „Landesverteigigung“ trägt.
Heroisch gibt der brave Mann seine Seele.
Und vernichtet die seiner Mitmenschen.
Der Mensch spinnt weiche Kokons, die er schützend um seine Familie legt.
Er ist bereit zu bluten.
Sein Motiv glorifiziert er zum Heiligtum, für das er bis zum Äußersten geht.
Bis zum Mord.
Manche Träume sind von edler Natur.
Sie retten fremde Seelen, weit über die eigenen Grenzen hinaus.
In einem flüchtigen Moment der Verbundenheit verschmelzen fremde Existenzen mit der eigenen –
bis die Selbstliebe verstummt. Der Fall des Ich.
Insgeheim wünschen wir uns, dass Menschen aufhören, böse Motive zu träumen.
Wir wissen es nicht besser. Wir alle glauben, unser Böse sei gut.
Doch unser „Gut“ ist nicht besser
als das der restlichen Welt.
Wer vermag zu erfassen, dass selbst die eigenen Träume den Planeten nicht heilen?
Dort, wo selbst das strahlendste Gute auf Egoismus trifft, beginnt die Natur des Lebens.
In ihr wachsen Konflikte –
die die Existenz der Menschheit tragen.
Ich selbst weiß: Es gibt kein vollkommen richtig, kein ganz falsch - nur mein bestes Ich.
Und das nährt meine Träume.
Für eine bessere Welt.
Für mich.
© 2026 Textfunke · Andrea Kricek, Bad Ischl
Kommentar hinzufügen
Kommentare