Friede, der Träume zerstört

Veröffentlicht am 3. Februar 2026 um 20:00

Der Mensch ist geboren, um zu träumen. Bis zum Ende – weit hinter die Ewigkeit.

 

Ideale funkeln wie Diamanten –
vom stummen Begehr Strahlkraft zur scheinbaren Vollkommenheit geschliffen.
Bis ein Status „Weltmacht“ seine Werte dem ganzen Erdball zu Füßen legt –
und ihn zertritt.

 

„Gemeinsam“ schreiben sich Nationen auf ihre Fahnen –
und sind bunt wie ein Blumenmeer.
Sie nennen es Politik. Haltung. Rufen triumphierend „Wir“.
Dann überschütten sie einander mit Gewalt.

 

Hungern nach Gerechtigkeit vereint mit blindem Tatendrang,
der den stolzen Namen „Patriotismus“ trägt.
Heroisch gibt der brave Mann seine Seele –
und vernichtet die seiner Mitmenschen.

 

Der Mensch spinnt weiche Kokons, die er schützend um seine Familie legt.
Er ist bereit zu bluten.
Sein Motiv zum Heiligtum glorifiziert, für das er bis zum Äußersten geht.
Bis zum Mord.

 

Manche Träume sind von edler Natur.
Sie retten fremde Seelen, weit über die eigenen Grenzen hinaus.
In flüchtiger Verbundenheit verschmelzen fremde Existenzen mit der eigenen –
bis die Selbstliebe verstummt. Der Fall des Ich.

 

Wir wünschen uns, dass Menschen aufhören, Böses zu träumen.
Wir wissen es nicht besser: Wir alle glauben, unser eigenes Böse sei gut.
Doch unser „Gut“ ist nicht besser –
als das der restlichen Welt.

 

Wer vermag zu erfassen, dass selbst die eigenen Träume den Planeten nicht heilen?
Dort, wo die friedlichsten Strahlen auf Egoismus treffen, beginnt die Natur des Lebens.
In ihr wachsen Konflikte –
die die Existenz der Menschheit tragen. 

 

Ich akzeptiere still: Es gibt kein vollkommen richtig, kein ganz falsch –
nur mein bestes Ich, das meine Träume nährt.
Für eine bessere Welt.
Für mich.

 

© 2026 Textfunke · Andrea Kricek, Bad Ischl

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