Hallo, Pegasus! Er fliegt ...

Veröffentlicht am 21. Juli 2026 um 15:55

Im Mai 2027 erneut. Die Begegnung aus 2026 hat bleibende Spuren hinterlassen. Dieses Gedicht ist meine persönliche Widmung an den Wiener Literatur- und Kulturverein, als Zeichen der Dankbarkeit für einen Ort, an dem Worte wachsen und Kreativität Flügel bekommt. Das Pferdchen symbolisiert den Weg des Lebens und erinnert daran, dass aus Vertrauen, Mut und kleinen Schritten Größe entstehen kann.

In Schritten ins Leben, behutsam und rein,
erblickst du ein Pferdchen – auch zaghaft und klein.
Sein Blick spricht entschlossen, doch gleichzeitig scheu:
‚Ich bin dein Begleiter und bleib dir stets treu.‘

Die Wege entfalten, gemeinsam bezwingen,
verbunden in Mut, vereint im Gelingen –
so erklimmst du den Rücken voll Stärke und Kraft,
spürst Zauber, Entzücken. Und wie man es schafft.

Obenauf geht’s auf Reisen, bunt, kühn und wild.
Der Ritt führt ins Schicksal – dein Fernweh gestillt.
Du und dein Pferdchen: in der Welt winzig klein,
doch fühlt ihr: Die Herzen könnten größer nicht sein.

Im Galopp durch Orkane, durch Wüste und Wind –
ein tollkühner Held erblüht aus dem Kind.
Nur liegen oft Steine zu groß, hart und schwer.
Sie drücken das Tempo, belasten euch sehr.

Der mächtige Rücken wiegt nur mehr im Trab,
verliert seinen Halt – und du steigst sanft ab.
Die Freiheit braucht Frieden, fleht leise nach Schonung.
Aus Umsicht wächst Leben, aus Ruhe Belohnung.

Vertrauen und Fall lehrt dich Akzeptanz.
Dein Pferd kennt kein Urteil – mit ihm bist du ganz.
Darfst weinen und jauchzen, musst Zorn nicht verbiegen.
Das Setzen von Grenzen nährt Wachstum und Siegen.

Gestärkt aus dem Willen, der Reiz widerstand
nimmt dein Pferd nun die Zügel und führt deine Hand.
Das einst zarte Tier steht prächtig als Schimmel.
Es deutet: ‚Steig auf. Ich zeig dir den Himmel.‘

Die Seele so ehrlich, kein Hass, keine Lügen,
speist Weitsicht und Takt – ihr hebt ab zum Fliegen.
Die Schwingen umarmen den Schmerz und das Leid –
sie tragen den Glauben, verblassen die Zeit.

Zusammen entfaltet, ganz ohne Bedingung,
sprengt ihr Horizonte in mächtiger Schwingung.
Und sollten dem Pferd die Flügel wegknicken,
so wirst du die Wunden mit Achtsamkeit flicken.

So scheint unser Pfad auch manchmal verloren,
wird er klar und neu aus Hoffnung neu geboren.
Denn lebst du dein Leben in Mut und gerecht,
wächst Größe aus Kleinem - und Gut wird aus Schlecht.

In Frieden vollendeter Flug auf dem Pferde
lässt dich nun fortziehen, setzt dich sanft zur Erde.
Dein Herz ist gestärkt, kann nun von selbst stehen
und wird selbst im Dunkeln das Zukunftslicht sehen.

Wird Kummer und Trauer auch manchmal zu mächtig,
blick hinauf zu dem Pferdchen – die Liebe macht kräftig.
Es wacht nun im funkelnden Schein über dich –
als komplettes Sternbild des Pegasus‘ Licht.

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